Afrikawoche im Kindergarten

Afrikawoche im Kindergarten

Da die Familien unserer Kindergartenkinder den verschiedensten afrikanischen Kulturen verbunden sind, lag es nahe, die Eltern um Mithilfe zu bitten. Einige Mütter sagten bereitwillig zu, die Planungen konnten beginnen. Zunächst sprachen wir mit den Kindern über Afrika als Kontinent. Wir schauten uns die Karte an und überlegten, welche Tiere in der Wüste, in der Savanne und im Regenwald leben. Danach rückten wir einzelne Länder in den Mittelpunkt. Frau Bayer, Erics Mutter, war die erste, die unseren Stuhlkreis besuchte, um den Kindern über das Leben in Südafrika zu berichten. Sie hatte ein Puzzle mit der Landkarte Südafrikas mitgebracht, das die Kinder gemeinsam zusammenpuzzeln durften. Anhand dieses Puzzles erklärte sie uns, dass in Südafrika Diamanten abgebaut werden, es wunderschöne Strände gibt, im Land sowohl weiße als auch schwarze Menschen leben und vieles mehr. Besonders staunten die Kinder über die Tatsache, dass Pinguine in Südafrika heimisch sind, diese vermuteten die Kinder eher „am Nordpol“.

Frau Bayer hatte Vuvuzelas mitgebracht, verschiedene südafrikanische Musikinstrumente und Kunstgegenstände wie Masken und Perlenschmuck. Die Kinder hatten viel Freude daran, alles zu betrachten und auszuprobieren. So konnten Kultur sie mit allen Sinnen erfahren.

Ein besonderes Gewicht sollten natürlich die Kulturen Nigerias erhalten. Frau Koch kam in einem prächtigen Kleid der Calabar-Leute in den Kindergarten. Sie erzählte den Kindern, welchen Tätigkeiten die Menschen der Region Calabar nachgehen und welche Spiele die Kinder spielen. Sie erzählte eine „Mondscheingeschichte“ und hatte zur Freude aller ein leckeres Essen – gestoßene Yamswurzel mit Gemüsesoße – mitgebracht.

Frau Thormann setzte unsere Erzählrunden mit der Kultur der Yoruba fort. Sie berichtete uns, wie die Yoruba heiraten. Wir sangen gemeinsam ein Kinderlied und tanzten einen Rundtanz. Am schönsten fanden die Mädchen, dass Frau Thormann uns zeigte, wie man die traditionelle Kopfbedeckung der Yoruba, den Gele, bindet. Am Ende der Stunde trugen alle unsere Mädchen einen.

Zu unserem Projekt Afrika gehörten auch Kreativangebote. Wir stellten Elefanten aus Tonpapier her, Kratzbilder mit Motiven afrikanischer Wildtiere und arbeiteten an einer Fensterdekoration, die die Savanne abbilden sollte. Auch waren die Kinder begeistert damit beschäftigt, bunte Stoffstücke auszuschneiden und damit die Kleider der Frauen verschiedener Ausmalvorlagen zu bekleben.
Abschluss und Höhepunkt unserer Projektwochen bildete das Sommerfest am 26. Mai. Unsere Kinder führten vor der versammelten Elternschaft „Die Geschichte vom klugen Prinzen, der um die drei wunderschönen Prinzessinnen freite”, ein Märchen der Yoruba, auf. Ein verliebter Prinz findet mit einer List heraus, wie die geheim gehaltenen Namen der drei Königstöchter lauten. Eine köstliche Geschichte über den Sieg der Liebe. Unsere kleinen Sänger lieferten eine großartige Vorstellung ab und erhielten viel Beifall von ihren Eltern. Anschließend fand im Hof des Kindergartens eine Party statt, auf der nach Herzenslust gegessen, getrunken und geschwatzt wurde. Und als zwei junge Tänzer begannen, afrikanische Showtänze aufzuführen, hielt es die Kinder nicht mehr auf ihren Plätzen. Sie machten mit und imitierten gekonnt die Bewegungen der beiden Männer. Diese Szene begeisterte uns Erzieher, zeigte sie doch, dass die Kinder es im Verlauf unserer Projektwochen gelernt hatten, unbeschwert und freudvoll auf afrikanische Kultur zuzugehen.

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