Konzeption der Vorschule

1. Räumliche Bedingungen / Rahmenbedingungen

Die Vorschule ist konzeptionell ein Teil des Kindergartens, räumlich aber ein fester Bestandteil der DSA. Der Träger ist auch hier JBN.
Vom Sportplatz über Pool, von der Bücherei bis zum Musikraum, stehen uns alle Möglichkeiten der Schule zur Verfügung. Auch bei Festen und Veranstaltungen wird die Vorschule mit einbezogen. Der Kontakt zu den Grundschullehrern ist eng und intensiv, durch Hilfestellung und Anregungen geprägt. Während der Unterrichtszeit bleiben die Kinder im Klassenraum, um den Schulablauf nicht zu stören. Die Pausenzeiten werden mit allen anderen Klassen eingehalten.
Wir achten darauf, dass die Kinder jeden Tag eine Schulstunde haben, in der die Bewegung im Vordergrund steht, damit sie immer wieder Phasen haben, um frei und selbstbestimmt agieren zu können.

2. Probezeit
Alle Kinder, die bis zum 31.08. des jeweiligen Jahres das fünfte Lebensjahr vollenden, müssen die Vorschule besuchen. Alle Kinder, die nach diesem
Datum geboren sind, können aufgenommen werden, wenn sie die dafür erforderliche Reife besitzen.
Nach ca. 6 Wochen in der Vorschule werden Elterngespräche geführt, um die Eltern über den Entwicklungsstand des Kindes zu informieren. Diese Gespräche werden protokolliert.
Zeigt ein Kind deutlich, dass es mit der Situation „Schule“ überfordert ist, wird mit den Eltern zeitnah ein Gespräch geführt und eine Lösung zum
Wohle des Kindes gesucht.
Ein Zurückgehen eines Kindes in den Kindergarten hat NICHTS mit mangelnder Intelligenz eines Kindes zu tun, sondern nur mit seinem
Selbstbewusstsein oder seiner sozialen Kompetenz. Es liegt mitunter ein volles Jahr zwischen den einzelnen Kindern, was ein enormer Unterschied
in diesem Alter ist.

Ein Jahr länger spielen dürfen macht sehr oft den Unterschied zwischen einem guten und einem schwierigen Weg ins Schulleben. Man sollte nicht
einem falsch verstandenen Wettbewerb unterliegen, dessen Verlierer das eigene Kind sein würde.
Jedes Kind hat das Recht, sich nach seiner Geschwindigkeit entwickeln zu können und zu dürfen.
Uns ist erst einmal wichtig, traut sich das Kind laut zu sprechen, ist es selbstbewusst, hat es Selbstvertrauen?
Ob ein Kind schon seinen Namen schreiben, oder rechnen kann, sagt nicht immer etwas über Schulreife aus.
Traut sich das Kind offen und frei zu erzählen, beantwortet es Fragen klar und deutlich ( auch wenn diese mal falsch beantwortet würde), findet es
sich auf dem Schulhof zurecht und vor allem, wirkt es glücklich in der Schule?
Das ist das Wichtigste. Alles andere kann ein Kind lernen.

3. Kompetenzen im Bildungsverlauf
Die im Folgenden aufgeführten Zielen sind Richtungsziele, die unser pädagogisches Handeln leiten, und uns aufzeigen, in welche Richtung
unsere Arbeit das Kind unterstützen wird.

Ich – Kompetenz
Das Kind soll sich seiner selbst bewusst werden, eigene Gefühle und Empfindungen intensiv wahrnehmen und ausdrücken, sowie damit
umgehen lernen Entscheidungen zu fällen und lernen, für sich selber verantwortlich zu sein. Die Stellung in der Gruppe wird erkannt,
Spielpartner, Spielort und Spieldauer selbst bestimmt.

Soziale Kompetenz
Dem Kind fällt es leicht, Kontakt zu anderen Personen aufzunehmen.
Schon vorhandene Beziehungen werden dennoch aufrecht gehalten. Im
Umgang mit anderen Kindern lernt es Einfühlungsvermögen und übt die
Konfliktbewältigung. Es ist in dem Alter, in dem es Normen und Werte
anerkennt, versteht und anwenden kann.

Sachkompetenz
Das Kind lernt sachgerecht mit Materialien umzugehen. Es kann Stifte richtig halten, kneten, schneiden und zeigt Bereitschaft Methoden zu
verstehen und anzuwenden.

Sprachkompetenz
Neben der sozialen Kompetenz ist es sehr wichtig, das Kind im Umgang mit dem Medium Sprache zu schulen und zu fördern. Jedes Kind kommt
mit einer individuellen Historie in die Vorschule, einige sprechen schon sehr gut, andere haben Förderbedarf. Für alle ist es wichtig, den
Sprachschatz in der gewählten Schulsprache zu erweitern, so dass die Defizite in der Anwendung der Sprache gering sind. Es wird seinen Satzbau
ausweiten und die Bereitschaft entwickeln, die Sprache sinnvoll einzusetzen.

Lernmethodische Kompetenz
Das Kind bekommt ein Grundverständnis, dass man lernt, was man lernt und wie man lernt. Es erwirbt die Fähigkeit, sich Wissen und Können
anzueignen und von anderen zu lernen. Es entwickelt die Fähigkeit zu verstehen, dass es über sein eigenes Denken und Lernen nachdenken
kann, Neugierde in sich weckt, um so zu Lösungen zu kommen. Dies wird durch Wiederholungen des schon Gelernten gefördert und durch Gabe
von Medien, Büchern oder Bastelmaterialien immer wieder vertieft.

Mathematische Kompetenz
Wir wollen in der Vorschule den Mengenbegriff bis 6 erarbeiten und sicher erkennen lernen. Die Zahlen bis 10 werden geübt und geschrieben. Kleine
Rechenaufgaben im Zahlenraum bis 5 werden zu Anfang spielerisch und später auch schriftlich gelöst.

Feinmotorische Kompetenz
Für den Eintritt in die erste Klasse ist gerade eine gute Feinmotorik von großer Bedeutung. Es ist überaus wichtig, dass das Kind den Gebrauch von
Stift, Scherer und anderen Utensilien beherrscht. Durch gezielte Förderung der Augen – Handkoordination wir das Kind angeleitet die
Stifthaltung zu verbessern und somit im Arbeitsbild klarer und strukturierter zu werden. Durch den Umgang mit den verschiedensten
Materialien lernt das Kind die Hand – und Fingerkraft zu dosieren. Auch dies wird ihm in seinem weiteren Schulleben hilfreich sein.
Neben all den Fähig- und Fertigkeiten ist es uns enorm wichtig, dass das Kind immer wieder Phasen des freien Spieles bekommt, in dem es wählen
kann, was es machen möchte. Diese Phasen werden mit zunehmendem Schuljahr jedoch kürzer um das Kind so behutsam auf die Zeit einer vollen
Schulstunde heranzuführen.
Ganz spannend finden die Kinder das Kennenlernen der ersten großen Buchstaben.

Uns geht es nicht darum dem Kind schon Lesen und Schreiben beizubringen, sondern ihm nur die Hilfestellung zu geben, Buchstaben in
Linien zu schreiben. Ist diese Kompetenz vorhanden, können sie sich in der ersten Klasse auf das Lesen und Schreiben konzentrieren.
Beliebt bei allen Kindern sind auch die Sport-, Musik- und Schwimmstunden, die wir im wöchentlichen Stundenplan natürlich berücksichtigenden.

4. Sprechstunde
Für alle Fragen oder Anregungen gibt es eine wöchentliche Sprechstunde, die nach vorheriger Absprache wahrgenommen werden kann.

5. Schulkleidung
Jedes Kind bekommt am Anfang des Schuljahres 3 T-Shirts gestellt. Alles weitere, wie Jacken und Kleider, müssen selber gekauft werden.
Möglichkeiten dazu gibt es jeden Monat. Das Tragen der Schulkleidung ist Pflicht, auch nach der Sportstunde.

6. Mitarbeit der Eltern
Wenn ein Kind in die Vorschule kommt, ändert sich auch für die Familie einiges. Das Kind ist noch zu jung, um dafür Sorge zu tragen, dass es
pünktlich ist und ob seine Tasche richtig gepackt ist. Bitte beachten Sie die Briefe, die ihr Kind mit nach Hause bringt und geben Sie den unteren Abschnitt unterschrieben wieder mit in die Schule, so können wir sehen, dass Sie alle Informationen bekommen haben.
Es ist wichtig, dass das Kind unterstützt wird, damit es einen leichten Start in das Schulleben hat. Dennoch erledigen Sie bitte NICHT die Hausaufgaben Ihres Kindes.
Hat es Fragen, so seien Sie da, aber lassen Sie das Kind die Aufgaben selber machen. Diese werden IMMER besprochen und erklärt.

7. Tagesablauf
Die Kinder bekommen zu Beginn des neuen Schuljahres einen Stundenplan, an dem Sie ablesen können, welche Stunden am Tag
anstehen. Besonderes Augenmerk legen Sie bitte auf die Sport- und Schwimmstunden, weil die Kinder dazu spezielle Kleidung benötigen.
Nach Sport- oder Schwimmstunden ist Schulkleidung verpflichtend, bitte packen Sie diese in die Tasche. Alle anderen Stunden können schon mal
variabel gestaltet werden, je nachdem, wie es die Situation zulässt. Täglich beginnen wir mit einem Morgenkreis, in dem wir uns begrüßen,
das Tagesvorhaben besprechen. Das Wichtigste im Kreis ist, dass wir die Kinder dazu anhalten frei und in ganzen Sätzen zu sprechen. Dabei fällt
zeitnah auf, wer Hilfe braucht, eher schüchtern ist und am liebsten gar nichts sagen möchte.

Nach der ersten großen Pause frühstücken wir gemeinsam, weil es wichtig ist, dass die Kinder sich austoben und anschließend in Ruhe essen können.
In den Arbeitsstunden lernen die Kinder gestellte Aufgaben zu lösen, was bedeutet, dass sie zuhören müssen, auch wenn sie nicht direkt
angesprochen werden.
Zu Beginn des Schuljahres sind die gestellten Aufgaben einfach und nicht zeitintensiv und Aktivitäten wechseln mit Freispielphasen ab.
Auf Wunsch der Eltern können die Kinder ab diesem Schuljahr die Mittagsbetreuung in Anspruch nehmen. Die Kinder werden nach dem
Essen im Kindergarten betreut und nehmen nicht an Arbeitsgemeinschaften teil. Uns ist es wichtig, dass das Kind genügend Zeit
zum Spielen hat und den Nachmittag frei genießen kann.

8. Geburtstag
Mit das Wichtigste im Jahr eines Kindes ist sicherlich sein Geburtstag. Selbstverständlich feiern wir diesen auch in der Vorschule. Mit Krone,
geschmücktem Tisch und Stuhl darf das Kind das Tagesgeschehen weitgehend lenken. Kuchen oder kleinere Snacks sind natürlich erlaubt, aber bitte sehen Sie
von den Präsentpäckchen für alle Kinder ab, da leider oft ein Wettbewerb entsteht und die Kinder vergleichen, wer was mitgebracht hat.

Petra Deis
Offene Fragen beantworte ich gerne
Petra Deis

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